Tag 8 – 11, Kingman, Route 66, Grand Canyon

Nachdem wir jetzt mal wieder Online sind, folgen nun die Tage 8 – 11 unserer Reise.

Tag 8 (08.05.2010)

Gestern Abend hatten wir unser Treffen mit den „Einheimischen“, es gab S’more. S’more steht für Some More und ist etwas gewöhnungsbedürftig: Man nimmt Marshmallows und röstet sie über dem Lagerfeuer (sollten nicht schwarz werden, also Geduld). Diese Dinger werden dann auf Honigcracker gelegt. Dazu noch eine Scheibe Schokolade und fertig ist S’more. So was von suess, ich brauchte wirklich kein zweites davon, Claudia auch nicht. Wir wurden an diesem Abend auch zu echten Wohnmobilern (RV’ler) gemacht, da wir nun auch den echten RV’ler Gruß kennen: Keep the dirty Side down – Lass die schmutzige Seite unten, also: Wirf die Kiste nicht um.

Heute gings dann von Kingman zum Grand Canyon. Aber erst mal zum nächsten Wal-Mart einkaufen. Einkaufen ist hier ideal: riesige Supermärkte, in den es Alles gibt, was man sich denken kann und mit Kreditkarte kauft es sich super ein, da man nicht merkt wie man das Geld ausgibt.

Also Riesensteak, 2 Klappstühle, Grillkohle und Anzünder gekauft und los gings, über die historische Route 66 zum Grand Canyon. Apropos Route 66: nett, aber kein Muß, teilweise fährt man 20 Meilen nur geradeaus, landschaftlich auch nicht aufregend. Zwischendrin dann die markanten Punkte: Huckberry (2 Häuser und alte Autos), dann Seligman (ausgesprochen S`ligman) (auch alte Autos und viele Shops mit toll kitschigen Souvenirs). Dann gings weiter Richtung Grand Canyon, auf unseren Campground im Park. Am Eingang ein Schild: Full. Aber nicht für uns, wir hatten ja reserviert, also RV an Strom, Wasser und Abwasser anschliessen und fertig. Und wieder zum Einkaufen. Postkarten, T-Shirt und Aluschale zum Grillen (der Rost des vorhandenen Grills war so dreckig, hätte ich nicht sauber bekommen und Claudia auch nicht, Heike war ja nicht da). Danach unsere erste Bekanntschaft mit dem Canyon, wir gingen also zum South Rim. Fotos vom Grand Canyon sind ja wirklich schön, aber in Natura ist es einfach bombastisch, kann man garnicht erklären. Zurück zum RV, wir hatten Hunger, und kaum 2 Stunden später war das Riesensteak auch schon auf dem Teller. Danach noch ein bißchen im RV sitzen, Heizung an (Nachts soll es nur 5 Grad haben) und dann schlafen, bis……. ja, der Gasalarm ertönt. Grund weiterhin unbekannt, einfach ausgeschaltet und … wir leben noch. Morgen wird dann gewandert, wir wollen den Bright Angel Trail in Angriff nehmen, der führt ca 400 Meter runter in den Canyon, ca 4 Stunden Weg.

Also Licht aus, bis zum nächsten Bericht.

Tag 9 (09.05.2010)

Tagchen,

zuerst mal Danke für die Geburtstagswünsche, hatte ich ganz vergessen. Dann noch ein Nachruf: einer meiner Fische hat aufgegeben, trotz Heikes guter Pflege. Heike denk dir nichts, ist nicht der erste, wird auch nicht der Letzte sein.

Doch nun zum Thema. Los gings mit einem guten Frühstück (Speck, Eier, Toast, Käse und Kaffee), mussten uns ja für unseren Trail stärken. Um 08:30 dann gings auf den Bright Angel Trail, 400 Meter runter (runter, man steigt ja in den Canyon). Am Ende der Strecke erst mal Frischwasser tanken und dann wieder rauf (man kommt ganz schön ins Schwitzen, im Canyon geht ja kein Wind). War wieder ein tolles Erlebnis, Claudia hats auch geschafft, trotz ihrer Angst vor der Höhe (am Weg entlang gings teilweise mehrere hundert Meter runter), ist sie tapfer mitgestiefelt. Hat ihr im Endeffekt echt Spaß gemacht. Nachmittags hatten wir dann nichts vor (ist ja Urlaub), also erst mal duschen, Kaffe trinken, lesen, eben gemütlich. Später saßen wir dann in unserem RV und warteten darauf, daß es umkippt, so ein Sturm war. Aber anscheinend hält das RV ziemliche Wind aus, es hielt stand. Am Abend haben wir uns dann noch einen, der berühmten, Sonnenuntergänge am Grand Canyon angeschaut, sind noch was Essen gegangen und dann war auch dieser schöne Tag schon vorbei.

Tag 10 (10.05.2010)

Heute früh gings vom Grand Canyon zum Lake Powell, Antelope Canyon besuchen und auf dem See mit einem Boot fahren. Die Nacht war etwas unangenehm, zum Einen der Sturm, der durchs RV pfiff, zum Anderen war es saukalt und wir wollten die Heizung nicht durchlaufen lassen. Morgens ging ich ums RV und konnte von unserem, leicht undichten, Wasseranschluss Eiszapfen entfernen. Als Erstes sind wir einige Zeit am Grand Canyon entlang gefahren und haben an jedem Aussichtspunkt nochmal Fotos gemacht. Eigentlich hatten wir ja schon genug Fotos, aber beim Kopieren auf den Computer habe ich diese gelöscht!!! Ich kann immer noch nicht sagen wie sowas passieren konnte. Auch hier lag überall Eis rum (sah aus wie Eishagel, so kalt wars also). Dann gings weiter durch landschaftlich sehr abwechslungsreiche Gebiete Richtung Lake Powell, bzw. Page. Auf der Strecke wechselten sich alle möglichen Steinformationen ab, immer was zu sehen. Kurz vor Page war dann unser nächster Stopp, der sogenannte Horseshoe Bend. Hier macht der Colorado River eine Kehrtwende und fließt dann in die andere Richtung weiter. Wir wanderten bis zum Aussichtspunkt (war nicht weit, aber anstrengend, da man durch Sand bergauf laufen musste), machten wieder einige Fotos und genossen die tolle Aussicht. Dann gings weiter nach Page, wo der erste Schock kam: Auf dem geplanten Campground war nichts frei. Ich wurde natürlich schon wieder hektisch, wir sind ein wenig durch die Gegend gefahren und dann am Glen Canyon National Park gelandet. Einfahrt hat uns nicht, wie normal, 25$ gekostet, da wir ja schon den Annual National Park Pass für 80$ gekauft hatten. Dieser Pass berechtigt 1 Jahr lang zum Besuch aller National Parks, also wenn noch jemand rüber fährt….

Hier haben wir dann einen Campground gefunden, der uns für 2 Nächte aufnimmt. Gott sei Dank war auf dem anderen Campground nichts frei! Wir stehen hier nun direkt am See, frei Aussicht und landschaftlich viel schöner als der Andere. Haben wieder gegrillt, ging gerade noch, bevor der unvermeidliche Sturm (ich glaube der zieht mit uns) wieder anfing. Also Abends noch ein bißchen ins Internet, die wichtigsten Nachrichten lesen, dann ins Bett lesen und schlafen.

Tag 11 (11.05.2010)

Unser Tag am Lake Powell fing an mit: Sturm. Was heisst fing an mit Sturm, dieser hat die ganze Nacht nicht aufgehört, es bläst und bläst und ……

Heute gings zum Antelope Canyon, Claudia hatte schon Angst es wird nichts, wegen dunkler Wolken und natürlich:Sturm. Trotzdem sind wir los, RV „entkabeln“, Anschlüsse verstauen und los. Mir war schon etwas mulmig, bei dem Wind zu fahren, war aber kein Problem. Kurz nach Acht waren wir in Page, an der Stelle, wo die Touren (werden nur von Indianern durchgeführt) losgehen.

Da die nächste Tour erst um 09:30 startete sind wir zum nahen Safeway Markt und haben uns mit Abendessen eingedeckt (heut gibt’s Maccaroni mit Käse aus der Mikrowelle). Dann noch ein heisser Kaffee und schon wars Zeit für unsere Tour. Die Tour findet mit offenen Allradfahrzeugen statt, auf denen man auf der offenen Ladefläche auf Bänken untergebracht wird. Also los, erst durch Page, dann kurz auf den Highway und danach weg von der Strasse, über eine Sandpiste bis zum Eingang des Antelope Canyon. Dort wurden wir abgeladen und unser Guide, eine Indianerin mit dem typisch indianischen Namen Deborah gab uns einige Verhaltensregeln, bevor es in den Canyon ging. Dieser Canyon, der aus dem Sandstein gewaschen wurde, ist wirklich faszinierend. Dank Deborah haben wir ein paar wirklich schöne Fotos, sieh benutzte unsere Camera um den anderen Besuchern zu zeigen wie am besten fotografiert wird. Auch sonst führte unser Guide die Führung professionell und gut durch. Für den Canyon hatte man ca. 40 Minuten Zeit, reicht, da er ja nicht sooo lang ist. Dann gings die gleiche Strecke wieder zurück. Wir setzen uns ins RV und fuhren zum Glen Canyon Staudamm, der genau auf dem Weg zurück zu unserem Campground liegt. Dieser Damm staut den Colorado River zum Lake Powell auf und dient hauptsächlich zur Wasserspeicherung, nur zweitrangig zur Stromgewinnung. Nach der Besichtigung fuhren wir zurück zum Camground, wo ich jetzt sitze und diese Berichte (Tag 8,9,10,11) verfasse. Claudia sitzt neben mir und liest, sie kann ja gerade nicht ins Internet. Um 16:15 wollen wir noch eine Bootstour auf dem Lake Powell machen. Ich hoffe bei dem Sturm findet diese überhaupt statt. Aber dazu mehr im Bericht zu Tag 12, für heute reichts.

1 Gedanke zu “Tag 8 – 11, Kingman, Route 66, Grand Canyon

  1. Hallo Ihr Zwei USAler, ist schon toll, was man in USA alles sieht, ich finde dort ist es immer irgendwie „Extrem“, Extrem schöne Küste, extrem viel Landschaft, extrem viel Essen und …… extrem viel Wind, wie bei Euch! Also lasst Euch nicht wegblasen…! Grüße aus dem immer noch (seit 2 Wochen!!!!!) verregneten GAP. Bussi Barbara

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