Südtirol Juli 2010

Diesmal möchte ich von einem Wochenende in Südtirol berichten. Es ist immer wieder faszinierend, von Garmisch-Partenkirchen aus, über den Brenner Pass nach Südtirol zu fahren. Nach zwei Stunden Fahrzeit ist man im Urlaub, mit Allem was dazu gehört. Gut viele fragen: ja, aber ihr habt doch in garmisch auch Berge, warum dann nach Südtirol fahren? Nun, Südtirol ist weiträumiger, man kann mit dem Auto oder Motorrad die kleinen Bergstrassen hinauffahren, sucht sich dann eine kleine Pension und geniesst in Ruhe die schöne Landschaft. Ohne Verkehrslärm und meist in einem sehr viel milderen Klima als in Garmisch. Deshalb also fährt man als Alpenbewohner weiter nach Italien.

Eppan südwestlich von Bozen

Unser Ausflug führte uns diesmal in die Nähe von Bozen, genauer gesagt auf die Burg Runkelstein, oberhalb von Bozen. Auf dieser Burg wurde am Samstag Abend „Der Name der Rose“ von Umberto Ecco aufgeführt. Die Gelegenheit, um gleich zwei Tage in Südtirol zu verbringen. Samstag morgen gings dann auch schon in Garmisch los, zu sechst machten wir uns im geliehenen Minibus auf die Socken. Rest nach Mittenwald, dann über den Zirler Berg hinunter und auf der anderen Seite des Tales wieder hinauf zum Brenner, also via Italia. Vom Brenner weg wieder runter bis Bozen. Aber natürlich nicht direkt! Denn was gehört zu Südtirol noch dazu, außer Wein? Natürlich das gute und reichhaltige Essen. Also weg von der Autobahn und auf schmalen Strassen bergauf, bis zum HUber Hof. Hier gabs Tris (drei verschiedene Knödel mit Butter und Parmesan) und natürlich den ersten, guten Rotwein des Tages. Gestärkt und etwas müde mqachten wir uns dann wieder auf den Weg. Unserer „Reiseleiter“ Herbert hatte schon vorher eine Pension für uns gesucht, also fuhren wir ein wenig in die Berge durch Eppan, hinauf nach Perdonig zum Kaserer Hof, wo wir um ca 14:00 ankamen. Frau Pichler, die Hausherrin, begrüsste uns, wir bekamen unsere Zimmer und dann gings bei ca 35 Grad im Schatten erst mal in den hauseigenen Swimmingpool. Zwischendurch ein wenig Fussball, ja, ja an diesem Nachmittag wurde die Mannschaft der Hand Gottes mit 4:0 nach Hause geschickt und dann schnell umziehen und ab auf die Burg Runkelstein.

Theater im Schlosshof

Die Burg Runkelstein bietet wirklich die perfekte Kulisse für eine Aufführung die im 14 Jahrhundert spielt. Nach einem kurzen Anstieg betritt man den engen Burghof und fühlt sich sofort in vergangene Zeiten versetzt. Hoch ragen die Mauern auf und man kann sich richtig vorstellen, wie es früher gewesen sein mag. Da das MIttagessen schon Stunden zurücklag gings als ertses also in den Burggasthof, wo wir vor der Aufführung noch ein Essen bestellt hatten. Ein sogenanntes Klosteressen, war nicht der Hit, aber auch nicht Grottenschlecht, mir schmeckt ein Brotzeitteller mit Speck besser. Dazu natürlich wieder den obligatorischen Wein, bevor dann um 19:00 die Vorstellung begann. Obwohl es nicht regnete betrachteten die Verantwortlichen immer wieder den Himmel und im Publikum wurden Regenponchos verteilt – zu Recht, wie sich ca 5 Minuten nach Beginn des Stückes heraustellte, als wegen heftigen Regens die Vorstellung unterbrochen wurde. Nach 1 Stunde Blitz, Donner und Regen gings dann aber doch wieder weiter, Gott sei Dank, denn die Aufführung in dieser Kulisse war faszinierend und stimmungsvoll. Schatten flackerten auf den alten Mauern, verstohlene Gestalten waren auf Treppen und hinter Ecken zu erkennen und die Handlung geriet dabei fast in den Hintergrund. Einfach toll!. Um ca 00:00 war dann Alles vorbei und wir machten uns hundemüde auf den Heimweg zur Pension. Unterwegs retteten uns Tourguide und seine Frau Karin noch einen Igel, überfuhren eine Maus und einen Frosch nicht (dafür purzelten wir bei den Ausweichmanövern fast durchs Auto) und dann gings nur noch ins Bett. Heike und Roland (meine Schwester mit Freund) waren als erste verschwunden, aber auch der Rest war dann schnell auf den Zimmern.

Die Burgenrunde

Am nächsten Morgen gabs dann ein gutes Frühstück und einen Plausch mit Frau Pichler. Herbert, Karin, Claudia und ich sassen schon ein Weilchen, da kamen auch schon Roland und Heike noch ziemlich verschlafen um die Ecke. Aber ist doch OK, man muss seine Freizeit einfach geniessen. Nach dem Frühstück gings dann auf die Burgenrunde. Auf einem schönen, nicht sehr steilen, teilweise schattigen Weg gings zuerst auf die Burg Hocheppan. Schön gelegen, mit einem herrlichen Ausblick auf das Tal ist diese Burg wirklich ein Kleinod. Sauber, mit einer Gaststätte, man sitzt unter Weinreben, lädt diese Burg dazu ein, länger zu bleiben. Überall gibt es etwas zu sehen, aber leider mussten wir weiter, sollte ja nicht unsere letzte Station sein. Werden diese Burg aber auf jeden Fall irgendwann wieder besuchen.


Also gings auf dem Weg weiter, vorbei an der Schweineherde, aus der die gute Brotzeit gemacht wird. Wir mussten weiter bergab, um dann, bei zunehmenden Temperaturen, auf der anderen Seite einer kleinen Schlucht wieder bergauf zu gehen. Als nächstes stand die Ruine Boymont auf dem Programm. Doch vorher entdeckten Heike, Roland und Herbert noch den Zugang zu einer Höhle, in der sie dann auch ca 15 Minuten verschwanden. Kamen aber alle wieder Raus. Kurz darauf waren wir dann an der Ruine, wo es erst mal einen guten Humpen kaltes Bier gab (oder waren es mehrere Humpen??). Nach einer ausführlichen Besichtigung gings dann zurück durch den Wald Richtung Perdonig zum Kaserer Hof. Wenn da nicht das Feuerwehrfest gewesen wäre! Mitten im Wald hörte man plötzlich liebliche Klänge (urggg, Volksmusik) und kurz darauf war man schon auf dem Waldfest. Da das Frühstück ja schon lange vorbei war gabs hier etwas Grillfleisch und ein Bierchen gegen den Durst, bevor man den Rückmarsch fortsetzte. Aber in die Pension gings nicht sondern ein Stück weiter den Berg hinauf in den Biergarten des Gasthof Lipp, die schöne Aussicht auf das Tal und den herrlichen Tag geniessen. Danach machten wir uns ganz langsam auf den Heimweg. Aber wirklich gaaaaaanz langsam, mit Unterbrechungen. Zuerst zum Kalterer See, etwas abkühlen (naja, bei 27 Grad Wassertemperatur) und weil Schwimmen hungrig macht dann weiter in den G’würzkeller zum Abendessen,bei einem guten Glas Wein (Spezialität war der Traminer). Aber dann gings wirklich heim. Herbert musste leider fahren, wir konnten uns gemütlich ausruhen und das Essen verdauen. Es war nichts zu hören, außer Claudia, die Fahrer Herbert und Beifahrerin Karin unterhielt. Und weil wir vorher schon mal das Wetter hatten: Auf der Heimfahrt regenete es und die Temperatur sank um 10 – 15 Grad, keine Seltenheit, da Südtirol eben dieses milde Klima hat. In Garmisch angekommen gabs dann noch eine herzliche Verabschiedung und dann nur noch ins Bett, die Träume bei den schönen, vergangenen Tagen.

Ein wirklich rundum gelungenes Wochenende war zu Ende. Wir haben aber beschlossen, daß es dieses Jahr nicht unser letzter Ausflug gewesen sein soll.

 

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