Zell am See August 2011

Am 13. und 14. August haben wir mal wieder unseren kleinen, sprich den Mazda MX-5 ausgepackt und eine der von uns geliebten Wochenend Touren in Angriff genommen. Macht schon Spass, offen durch die Gegend zu „cruisen“. Gut in den USA sind wir auch viele Kilometer gefahren, aber in einem kleinen Cabrio über Bergpässe zu fahren hat einen ganz eigenen Reiz.

Es ging bei uns in Garmisch los, über Wallgau,die Mautstrasse Vorderriss und dann am Achensee entlang, über den Gerlos Pass. Die Fahrt ging bei strahlendem Sonnenschein auf schönen engen Strasse flott dahin, der Gerlos Pass war aber eine Entäuschung, eigentlich kein richtiger Pass und viel Verkehr, also ständig mit 30 – 40 KM/H aufwärts, war aber nicht so schlimm, schließlich wollten wir ja „cruisen“. Irgendwann kamen wir dann um die Mittagszeit in Zell am See an. Hier wollten wir eigentlich nur eine Nacht bleiben und dann am nächsten Tag über die Großglockner Hochalpenstrasse, via Brenner wieder zurück nach Garmisch-Partenkirchen. Tja wollten wir, aber wir entschieden uns für zwei Übernachtungen. Warum?

Nun, durch Zufall hatten wir uns anscheinend in der Tourist Info das richtige Hotel ausgesucht: das Seehotel Freiberg. Direkt am See gelegen, mit einer kleinen Terasse, die Stufen hinunter vielleicht 5 Meter zum See. Das nette Personal überzeugte uns, doch zwei Nächte zu bleiben. Der Standard des Zimmers war zwar nicht so super (Dusche aus dem letzten Jahrhundert, ohne Duschvorhang, etwas Schimmel), aber der Rest war sauber und wir wollten ja eigentlich nur dort schlafen. Übrigens wird das Hotel ab September 2011 renoviert und soll dann im Dezember runderneuert wiedereröffnet werden. Der Preis war auch mit 100 € pro Nacht ok, billiger bekommt man in Zell am See eigentlich nichts mehr und ein gutes Frühstück war auch dabei. Nach dem Einchecken erst mal raus und an die Schiffsanlegestelle, zur obligatorischen Seerundfahrt (klingt recht großartig, denn die komplette Rundfahrt dauert gerade mal 45 Minuten). Diese Rundfahrt war kostenlos, da man als Urlauber vom Hotel eine Karte bekommt, mit der man entweder Ermässigungen für bestimmte Unternehmungen erhält, oder aber garnicht bezahlen muss. Danach erkundeten wir Zell am See, nette kleine Stadt, aber nichts außergewöhnliches. Schlussendlich landeten wir im Crazy Daisy, einem netten Lokal, direkt beim Grand Hotel. Dort genossen wir ein paar Cocktails, ein kleines Essen und dann gings leicht angeheitert zurück zum Hotel. Von unserer Terasse aus genossen wir den Ausblick auf den See und das steinerne Meer, bevor wir ziemlich früh ins Bett gingen, um am nächste Morgen fit zu sein für unser Großglockner Besteigung, ähh Tschuldigung: Befahrung.


Nach einem guten Frühstück ging es dann gestärkt zur Großglockner Hochalpenstrasse. Das Wetter meinte es gut mit uns und so konnten wir die Strecke „oben ohne“, also mit geöffnetem Dach in Angriff nehmen. Es war Montag und zusätzlich noch Feiertag, trotzdem mussten wir an der Mautstelle nicht lange warten (übrigens kostet die Fahrt über die Strasse 29.-€, ganz schön heftig). Es ging nun stetig bergauf, nicht schnell, aber stetig. Schnell ging es nicht, da hunderte von Fahrradfahrern an diesem Tag die Strasse bezwingen wollten, diese aber, vor allem bei Gegenverkehr, zu schmal zum Überholen war. Mich hats etwas genervt, meine Beifahrerin war froh, daß wir immer wieder gebremst wurden. Die Fahrt an sich lohnt sich aber auf jeden Fall, falls man nicht rasen möchte ist es toll, die gigantische Landschaft zu bewundern und man wundert sich immer wieder, wie diese Strasse gebaut werden konnte: absolut in die Landschaft integriert, ohne extreme Steigungen, einfach schön. Auf ca 2500 Metern, an der Edelweißspitze, steigt man dann aus, falls man einen Parkplatz zwischen hunderten Motorrädern und anderen Autos findet, geniesst das Wetter und bewundert die majestätische Landschaft. Wir sind dann auch ein paar Meter gelaufen und dann gings weiter. Unser nächster Halt war das Hochtor, wo man auch etwas laufen konnte und dann weiter zum Pasterzen Gletscher. Auf der Fahrt dorthin passierten wir einen riesigen Parkplatz, bevor es direkt zum Gletscher, mit Parkhaus (ca 3000 Plätze), ging. Es war jetzt ca 11:30 und langsam nahmen die Menschenmassen zu. Wir entschlossen uns eine Tal und eine Bergfahrt mit der Gletscherbahn zu machen, um uns den Gletscher anzusehen. Also gings mit der Bahn zum Gletscher, besser fast bis zum Gletscher. 1950 wären wir am Gletscher angekommen, 2011 muss man noch ca 30 Minuten bergab wandern um auf dem Gletscher zu laufen, denn die globale Erwärmung hat auch hier nicht Halt gemacht. Der Gletscher ist schon sehr klein geworden. Man kann dies auch an den vielen Bildern sehen, die an der Gletscherbahn aufgehängt worden sind. Vom Gletscher aus konnten wir auch den Großglockner schön sehen und dann gings wieder nach oben. Noch schnell ein paar fette Murmeltiere anschauen, die direkt am Weg auf Fütterung warten und diese auch erhalten und dann wieder zum Auto. Beim Runterfahren kamen wir an dem bereits erwähnten Parkplatz vorbeii und sahen, wozu dieser bestimmt war: hunderte Autos standen hier in Reih und Glied und warteten, daß sie nach oben fahren dürfen, denn: am Gletscher waren keine Parkplätze mehr frei, so gab es also Blockabfertigung. Geschätzte Wartezeit ca 1 Stunde – toll. Also ein kleiner Tipp: bei schönem Wetter, während der Urlaubszeit besser vor 11:00 am Gletscher sein, danach kanns dauern. Froh, nicht im Stau gestanden zu haben, machten wir uns auf den Rückweg nach Zell am See. Dort noch ein gutes Abendessen im Hotel auf der Seeterasse, dann noch die Aussicht von der Terasse geniessen und am nächsten Morgen dann im Regen zurück nach Garmisch-Partenkirchen. Es war mal wieder ein rundum gelungener Ausflug, den ich nur jedem empfehlen kann.

Bis zum nächsten Bericht. JF

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