Wort des Jahres „GroKo“?

Es ist soweit, nach ca 3 Monaten und ewigen Diskussionen wurde der Koalitionsvertrag von den Mitgliedern des Verlierers dieser Wahl abgesegnet. Und weil es so wunderschön war dies alles zu beobachten machte man das Kürzel Groko zum Wort des Jahres. Ja, wirklich, eine Schöpfung aus zwei Abkürzungen ist der Gesellschaft für deutsche Sprache jetzt schon gut genug, um als Wort des Jahres durchzugehen. Die Begründung lässt wirklich an der Ernsthaftigkeit der Mitglieder dieser „Gesellschaft für deutsche Sprache“ zweifeln, denn, ich habe im normalen Sprachgebrauch dieses Wort, äh Abkürzungsgebilde, noch nicht gehört. Die Begründung lautet:

Das Kurzwort, meist mit dem auffälligen großen »K« im Wortinneren, steht für die neue »Große Koalition«. Das Thema hat das Wahljahr beherrscht. Das Wort zeigt in seinem Anklang an »Kroko« bzw. »Krokodil« eine halb spöttische Haltung gegenüber der sehr wahrscheinlichen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene und hat die Presse bereits zu neuen Bildungen wie GroKo-Deal animiert.

Furchtbar lustig, nein nicht lustig, eher furchtbar, was heutzutage in unserem Land passiert. Meiner Meinung nach sollte man lieber das „Unwort“ des Jahres wählen, oder die Wahl komplett streichen, das Geld könnte für andere Zwecke sicher sinnbringender verwendet werden (wird diese Gesellschaft nicht vom Steuerzahler finanziert?). Sollte es dennoch nächstes Jahr wieder ein Wort des Jahres geben wäre ein guter Vorschlag doch sicher „GroKa“, um die diesjährige Wahl und das Drumherum zu beschreiben: Große Kacke. Gut diese Art der Fäkalsprache ist vielleicht nicht ok, aber die Gesellschaft für deutsche Sprache schreckt ja auch vor anderen Wortgebilden nicht zurück (Ausschließeritis, Armutseinwanderung usw). Wenn es in Deutschland keine anderen Worte mehr gibt um ein Jahr in unserer Gesellschaft zu beschreiben, na dann gute Nacht Deutschland. Die Dudenredaktion soll angeblich darüber nachdenken, dieses „Wort“ in den Duden aufzunehmen. Worte wie „Kotzeritis“, die sicher viel mehr Menschen kennen und auch benutzen, haben es bis heute nicht in den Duden geschafft.

Es bleibt die Hoffnung, das die große Koalition an sich mehr vernünftige Ergebnisse erzielt, als diese absolut überflüssige Wahl.

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