USA: Warum es sich lohnt

Nachdem wir nun schon über zwei Monate wieder aus den USA zurück sind, möchte ich aus unserer Sicht beschreiben, was eigentlich den Reiz einer Reise in den Südwesten ausmacht.

Die Landschaft:

Wenn man sich mit Freunden und Bekannten unterhält, können die wenigsten nachvollziehen, was den Reiz der Landschaft im Südwesten ausmacht. Kilometerlange, schnurgerade Strassen durch eine Wüste? Immer die gleiche Landschaft? Tja und da beginnt dann die Überzeugungsarbeit durch unsere Fotos. Man fährt und fährt und fährt, die Landschaft ist eigentlich nie über einen längeren Zeitraum gleich. Felsformationen in rot tauchen auf, verschwinden wieder, dann gelbe Sandsteingebilde, zwischendurch bewässerte grüne Wiesen, Flüsse, Berge, Sanddünen, es wird nie langweilig. Gut 300 Meilen Strecke können sich trotzdem ziehen, aber so ist es bei uns doch auch.

Die Unterschiede zwischen Küste und Colorado Plateau, dann wieder zwischen dem Plateau und zB Las Vegas, lassen wirklich keine Wünsche offen.

Und was natürlich wirklich toll ist: an „jeder Ecke“ gibt es einen Nationalpark, in dem man die Natur geniessen kann. In manchen mehr (z.B. Valley of Fire Statepark), in manchen weniger (z. B. Grand Canyon). Warum? Nun in den kleineren, unbekannten Parks ist einfach nicht so viel Hektik, sind nicht soviele Menschen, man kann also mehr geniessen, aber auch in den etwas überlaufenen Parks kann man immer ein ruhiges Plätzchen finden.

Für uns war die Vielfalt einer der größten Pluspunkte im Südwesten, wir waren jetzt zweimal in diesem Gebiet und haben sicher noch nicht alle schönen Fleckchen gesehen.

Die Campgrounds:

Der Südwesten ist auf Touristen einfach hervoragend eingestellt! Nicht nur für ausländische, wie uns, sondern vielmehr auch auf die einheimischen Touristen, die mit ihren Wohnmobilen durch die Gegend ziehen und das in einer Zahl, die man sich nicht vorstellen kann. Wo man auch hinkommt, immer sind die amerikanischen Wohnmobile schon da. Auf Autobahnen, Landstraßen, schmalen Wegen trifft man die riesigen Wohnmobile (manchmal schon Wohnpaläste), an denen dann hinten noch der Pickup hängt, da man ja am Zielort auch mobil sein möchte. Der Standard der Campgrounds ist hoch, man findet fast überall Strom, Wasser und Abwasseranschlüsse, außer in den Nationalparks, wo es teilweise garnichts gibt. Aber dafür hat man ja ein Wohnmobil, mit eigenem Generator, Gas und Toilette. Die Sauberkeit ist auch in Ordnung und Amerikaner halten sich viel mehr als die deutschen Besucher an die vorgegebenen Zeiten für die Nachtruhe. Ab 10:00 Abends ist Ruhe! Macht auch Sinn, denn sehr viele der Reisenden starten schon sehr früh zu ihrem nächsten Ziel. Einziges Manko sind teilweise die Preise. Auf den wenig komfortablen Campgrounds in den Parks kann man zwar schon für ca 10$ übernachten, aber die privaten Campgrounds, vor allem in Stadtnähe, kosten bis zu 65$ pro Nacht.

Der Verkehr:

Das Fahren mit unserem 25 Feet Wohnmobil war wirklich stressfrei, außer natürlich in der Nähe von Städten, wenn der Verkehr wirklich dicht war. Ansonsten, wenig Verkehr und sehr passives, ruhiges Fahren. Wir haben es genossen. Auch auf den Highways hatten wir nicht diesen Stress wie in Deutschland, durch die Geschwindigkeitsbegrenzungen muss man eigentlich nie damit rechnen, von einem rasenden Drängler von hinten gerammt zu werden, es herrscht also mehr Disziplin auf den Strassen.

Die Menschen:

Amerikaner werden ja in Europa oft als oberflächlich dargestellt. Das mag wohl stimmen, aber in 3 Wochen Urlaub versucht man normalerweise auch nicht, enge Bindungen mit der einheimischen Bevölkerung einzugehen. Die Menschen, mit denen wir Kontakt hatten, waren höflich, zuvorkommend und hilfsbereit, man hat also als Urlauber wirklich das Gefühl, willkommen zu sein. Man kann verstehen, daß viele Amerikaner Europa als Servicewüste sehen. Gut, es gibt im Servicesektor sehr viele schlecht bezahlte Jobs, aber die meisten können davon leben. Und seien wir uns ehrlich: wen interessiert es bei seiner Reise z. B. in die Domenikanische Republik, daß außerhalb der Ferienanlagen die Menschen verhungern? Solche Zustände gibt es dort nicht. Obdachlose liegen zwar an vielen Stellen in den Städten herum, die gehören aber schon zu Stadtbild und fast keiner stört sich mehr daran.

Fazit:

Für mich gehört dieser Teil Amerikas zu einem der lohnendsten Reiseziele die ich kenne. Ein großes Manko sind die hohen Kosten, die mich auch davon abhalten im nächsten Jahr wieder in die USA zu reisen. Mann muss für den Flug ca 1300€ rechnen, Wohnmobil incl. aller Versicherungen ca 2300€, Hotels für Anreise und Abreisetag ca 200€ und natürlich Benzin ca500-800€. Macht ca 4300€ aus. Man hat dann aber noch nichts gegessen, keine Unternehmungen gemacht und auch die Campgrounds nicht bezahlt. Man könnte sich zwar 20 – 30 % der Kosten sparen, wenn man mit dem Auto reist, aber für uns ist das Reisen mit dem Auto keine Alternative. Jedesmal im Hotel die Koffer ausladen, auspacken, einpacken, oder in den Nationalparks im Zelt schlafen, wo es nachts teilweise 0° hat, auf keinen Fall. Die größtmögliche „Freiheit“ bietet einfach ein Wohnmobil. Außer, man hält sich viel in Städten auf, dann ist natürlich ein Auto die bessere Alternative.

Also lieber ein, zwei Jahre warten und dann wieder los. So ist unser Motto, vielleicht konnte ich hier ein wenig verdeutlichen warum. In meinen Fotogalerien sind viele Fotos unserer letzten zwei USA Reisen zu sehen, also einfach mal reinschauen:  Zu den Fotogalerien

2 Gedanken zu “USA: Warum es sich lohnt

  1. Das schöne an den USA ist, daß sie das Wohnmobil viel mehr als ein Stück Zuhause und ein Stück Freiheit in einem verstehen und entsprechend mit der Zeit einfach eine gute Infrastruktur dafür geschaffen haben. Von der technischen Entwicklung ganz zu schweigen, was die megamäßigen Motorhomes da angeht, da kann man echt blass werden vor Neid.
    Dafür sieht es eben bei anderen Transportmitteln mau aus. Aber wer braucht schon Bahn, wenn man auf eigene Faust viel mehr von solchen grandiosen Landschaften hat. Schöne fotos btw. 😉

    • So sehe ich es auch, für mich ist dieser Teil der USA im Wohnmobil zu meinem Traumland geworden, werde auch bald wieder dorthin starten

Schreibe einen Kommentar